Herzinfarkt Symptome – Die typischen Anzeichen bei Mann und Frau

Wir sagen Ihnen, an welchen Symptomen Sie einen Herzinfarkt erkennen und wie er behandelt wird. Sie erfahren wie man vorbeugen kann was die Ursachen sind.

Herzinfarkt

Herzinfarkt (Foto: Alila Medical Media | Shutterstock)

Der Herzinfarkt – die zweit häufigste Todesursache in Deutschland

Einen Herzinfarkt erleiden in Deutschland rund 280.000 Personen im Jahr, Männer sind etwas häufiger betroffen als Frauen. Für über 50.000 Personen endet der akute Herzinfarkt tödlich, einige Betroffene bemerken diese schwere Herzerkrankung nicht. Welche Symptome hat ein Herzinfarkt? Was passiert dabei genau im Herzen? Hier erhalten Sie einen Überblick über das verbreitete Krankheitsbild.

Die meisten Menschen denken bei einem Herzinfarkt an Brustschmerzen, die in den linken Arm ausstrahlen und ein starkes Gefühl der Enge in der Brust. Diese Symptome sind zwar tatsächlich typisch für einen Herzinfarkt oder Myokardinfarkt, wie Fachleute die Krankheit nennen. Aber sie treffen nur auf einen Teil der Betroffenen zu. Denn mit welchen Symptomen sich ein Herzanfall zeigt, das hängt von Alter, Geschlecht und Vorerkrankungen des Betroffenen ab.

Herzinfarkt Symptome

Junge Patienten und Männern

  • starke Schmerzen in der Brust, die in die Arme, den Nacken oder den Bauchraum ausstrahlen können
  • Enge in der Brust; ein Gefühl als säße jemand auf dem Brustkorb
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Blässe
  • kalter Schweiß

Bei vielen älteren Betroffenen, bei Diabetikern und auch sehr häufig bei Frauen zeigt sich Herzinfarkt nicht mit diesen typischen Leitsymptomen. Ihre Beschwerden sind eher unspezifisch und die Betroffenen denken gar nicht an eine ernste Erkrankung. Einen Herzinfarkt vermuten Sie nicht.

Frauen, ältere Patienten und Diabetiker

  • Kurzatmigkeit
  • anhaltende Schlafstörungen
  • ungewohnte, bleierne Müdigkeit
  • Schmerzen im Bereich von Nacken und Schultern
  • Schmerzen im Oberbauch

Bis zu 30 % der Patienten bemerken einen Herzinfarkt überhaupt nicht. Sie haben keine schwerwiegenden Symptome und leben mit einem leichten Infarkt und seinen Folgen, ohne es zu wissen. Erst bei späteren Untersuchungen, oft Routineuntersuchungen fällt das geschädigte Gewebe des Herzens auf. Besonders Frauen, Senioren und Diabetiker gehören zu dieser Gruppe. Ein Herzinfarkt ist immer ein medizinischer Notfall. Bei einem Verdacht sollten Betroffene und Angehörige, Kollegen, etc. sich nicht scheuen und sofort den Notarzt verständigen. Ein Fehlalarm ist weit weniger dramatisch als ein unbehandelter Herzinfarkt, denn der endet oft tödlich.

Herzinfarkt oder Angina Pectoris?

Wegen der ähnlichen Symptome wird der Herzinfarkt unter Umständen auch mit einem akuten Angina-Pectoris-Anfall verwechselt. Auch hier kommt es zu einer Minderdurchblutung des Herzmuskels mit entsprechenden Symptomen. Betroffene mit einer diagnostizierten Angina Pectoris besitzen in der Regel Nitroglyzerin als Spray oder Zerbeißkapsel. Der Wirkstoff erweitert die Herzkranzgefäße und der Schmerz klingt schnell ab. Bei einem Herzinfarkt dagegen tritt die lindernde Wirkung in der Regel nicht ein. Betroffene oder Angehörige sollten in diesem Fall sofort den Notarzt verständigen.

Diagnose des Herzinfarkts

Da die Symptome für einen Herzinfarkt häufig nicht eindeutig sind und die Verwechslungsgefahr mit einem akuten Anfall der Angina Pectoris besteht, versorgen viele Mediziner Betroffene zuerst mit Nitroglyzerin. Tritt keine Besserung ein, ist ein Herzinfarkt wahrscheinlich. Weiteren Aufschluss bietet das EKG – hier zeigen sich meist typische Veränderungen. Auch die Blutwerte geben den Medizinern Aufschluss. Zusätzlich kommen ein Ultraschall des Herzen und die Herzkatheteruntersuchung zum Einsatz. Bei letzterem Eingriff wird von der Leiste aus ein Katheter unter Röntgenkontrolle direkt in die Herzkranzgefäße geschoben. Dabei können die Verengungen und Blockierungen nicht nur sichtbar gemacht werden. Sie lassen sich in vielen Fällen auch direkt behandeln.

Ursache

Damit das Herz seine Arbeit verrichten kann, benötigt der Herzmuskel Sauerstoff. Zur Versorgung ist das Herz von den sogenannten Herzkranzgefäßen umgeben. Sie leiten ausreichend Blut in den Herzmuskel, um ihn zu versorgen. Bei einer koronaren Herzerkrankung sind die Herzkranzgefäße verengt und lassen weniger Blut passieren. Bei einem Herzinfarkt verstopfen ein oder mehrere dieser Gefäße. Der Herzmuskel wird in diesen Bereichen nicht mehr mit Sauerstoff versorgt und stirbt ab. Auch Verschlüsse der Gefäße durch Embolien oder dauerhafte Verkrampfungen der Gefäße sind möglich. 15 -20 Minuten nach dem totalen Verschluss beginnt das Muskelgewebe abzusterben. Der Schaden breitet sich von innen nach außen aus.

Behandlung

Sind die Symptome einem Herzinfarkt eindeutig zugeordnet, leiten die Mediziner schnellstmöglich die Behandlung ein. Das Ziel ist die möglichst schnelle Auflösung der Blockaden in den Herzkranzgefäßen. Nur so wird das Herz wieder ausreichend mit Sauerstoff versorgt und die Schäden am Herzmuskel bleiben möglichst gering. Diese Auflösung der Gerinnsel in den Gefäßen kann auf zwei Wegen erfolgen: Bei der Lyse-Therapie sorgen Medikamente für das Freiwerden der Blutversorgung. Während einer Herzkatheterisierung können dagegen die Verschlüsse manuell gelöst werden. Gleichzeitig wird der Patient permanent durch ein EKG überwacht, denn die Gefahr von Kammerflimmern ist in den ersten Stunden nach einem Herzinfarkt besonders hoch. In schweren Fällen kann es nötig sein, eine Bypassoperation durchzuführen oder Stents einzusetzen, um weiteren Verschlüssen der Herzkranzgefäße vorzubeugen.

Nach dem Herzinfarkt

Nach einem überstandenen Herzinfarkt benötigen die meisten Patienten lebenslang Medikamente. Mittel wie ASS, Betablocker, ACE-Hemmer sowie Statine beugen einem neuerlichen Herzinfarkt vor und behandeln Komplikationen wie Herzschwäche oder Rhythmusstörungen. Der Verzicht auf Nikotin ist dringend angeraten, die Blutfettwerte sollten normalisiert werden, Blutdruck und Blutzucker optimal eingestellt sein.

Vorbeugung

Es gibt viele Möglichkeiten das persönliche Risiko einen Herzinfarkt zu erleiden, zu senken. An erster Stelle steht ein gesunder Lebensstil mit ausreichend Bewegung. Ein normales Körpergewicht ist erstrebenswert, denn Übergewicht erhöht das Risiko für einen Herzinfarkt. Ein weiterer Faktor, der gut beeinflusst werden kann, ist das Rauchen. Eine ausführliche Beratung erhalten Patienten bei ihrem Hausarzt. Er kann über den Blutdruck, die Blutfettwerte und den Blutzucker feststellen, ob ein erhöhtes Risiko besteht und weitere Maßnahmen einleiten. Sehr sinnvoll ist auch die Untersuchung der Halsschlagadern per Ultraschall. Das Vorgehen ist vollkommen schmerzlos und das Ergebnis steht innerhalb weniger Minuten fest. Zeigen sich in den Arterien am Hals Ablagerungen und Anzeichen für eine Arteriosklerose, ist auch das Risiko für einen Herzinfarkt erhöht. Gemeinsam mit dem Hausarzt kann dann ein Plan erstellt werden, um das persönliche Risiko zu senken.

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Internetjunkie + Unternehmer + Journalist - ich wohne und lebe mit meiner schwarzen Katze und einer zauberhaften Frau am schönen Wannsee.

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