HIV Symptome – Test, Übertragung & erste Anzeichen

HIV

HIV (Foto: dream designs | Shutterstock)

Die Abkürzung HIV steht für die englische Bezeichnung „Human Immunode?ciency Virus“, was zu deutsch „menschliches Immunschwäche-Virus“ bedeutet. Das HI-Virus befällt insbesondere die sogenannten Helferzellen, um sich in ihnen zu vermehren.

Diese Helferzellen sind besonders wichtig für das menschliche Immunsystem, da sie neben anderen Aufgaben vor allem für die Organisation der Immunabwehr des Körpers zuständig sind.

Kommt es zu einer Infektion mit dem HI-Virus reagiert das Immunsystem, in dem es versucht das Virus abzuwehren. Die für diese Abwehrreaktion gebildeten Immunzellen und Antikörper (Abwehrstoffe) können das Virus jedoch nicht gänzlich beseitigen. Ein Teil der in Mitleidenschaft gezogenen Helferzellen wird direkt nach der Infektion zerstört, während der größte Teil als Wirtszellen für das HI-Virus dient.

Das Immunsystem wird durch diesen Vorgang nach und nach geschwächt, bis es kaum oder gar nicht mehr gegen schädliche Infektionen durch andere Viren oder Bakterien gerüstet ist. Diese Folge der HIV-Infektion wird „erworbenes Immundefektsyndrom“ genannt – besser bekannt unter der Bezeichnung „acquired immunode?ciency syndrome“ – kurz AIDS. Von AIDS wird gesprochen, wenn das körpereigene Abwehrsystem so stark beeinträchtigt ist, dass es den Körper nicht mehr ausreichend oder sogar überhaupt nicht mehr schützt. Die Folge können beispielsweise lebensbedrohliche Infektionskrankheiten und Tumore sein.

Erste Symptome einer HIV-Infektion

  • Grippesymptome: Fieber, Halsschmerzen, Kopfschmerzen, Gliederschmerzen
  • ausgeprägtes Krankheits- und Schwächegefühl
  • Schwellungen der Lymphknoten
  • Hautausschlag
  • Verdauungsprobleme / Durchfall / Übelkeit
  • Müdigkeit
  • nächtliches Schwitzen
  • Lichtempfindlichkeit
  • Gewichtsverlust
  • Entzündungen der Mundschleimhaut
  • Mundsoor

Direkt nach einer HIV-Infektion zeigen sich in der Regel keine Symptome, bis der Prozess in die akute Phase übergeht. Die Beschwerden sowie der zeitliche Ablauf variieren von Patient zu Patient sehr und werden sehr oft mit den Symptomen einer Grippe oder des Pfeifferschen Drüsenfiebers verwechselt. In manchen Fällen verläuft diese Phase auch vollkommen beschwerdefrei, so dass eine Infektion komplett unentdeckt bleibt.

Die für eine Grippe typischen Symptome, wie etwa Fieber, Müdigkeit und Antriebslosigkeit sowie allgemeines Unwohlsein, gehören zu den am häufigsten beobachteten Anzeichen. Ebenso häufig klagen Betroffene über Kopfschmerzen, Appetitlosigkeit und Hautausschlag. Nächtliches Schwitzen sowie Muskelschmerzen, Durchfall und Übelkeit, Geschwüre im Mund sowie eine erhöhte Lichtsensibilität und ein hoher Gewichtsverlust zählen auch zu den Symptomen einer Infektion.

Die Zahl der körpereigenen Abwehrzellen sinkt stetig, während sich das HI-Virus im Blut vermehrt. Die ersten Anzeichen einer Infektion klingen ab, wenn die Erkrankung in die sogenannte Latenzphase übergeht.

Symptomfreies Stadium

Ist die akute Phase der Erkrankung abgeschlossen, verläuft die Infektion weitgehend unauffällig. Dieses symptomfreie Stadium wird auch Latenzphase genannt. Viele Betroffene fühlen sich während dieser Zeit gesund und stellen keine auffälligen Krankheitssymptome fest. Das HI-Virus vermehrt sich während dieser Phase jedoch weiter, so dass die Zahl der Helferzellen kontinuierlich abnimmt. Das Immunsystem wird weiter geschwächt. Auch eine Ansteckung anderer ist möglich. Durchschnittlich dauert diese symptomfreie Phase etwa zehn Jahre, kann jedoch auch behandlungsfrei bis zu 20 Jahre andauern.

Erste Symptome vor dem AIDS-Vollbild

In manchen Fällen tritt nach der symptomfreien Latenzphase ein weiteres Krankheitsstadium auf. In dieser Phase leiden Betroffene vermehrt an Infektionskrankheiten, da das Immunsystem inzwischen stark geschwächt ist. In der Regel handelt es sich dabei um nicht lebensbedrohliche Erkrankungen, die sich durch Symptome wie eine Schwellung der Lymphknoten, auffällige Hautveränderungen oder Pilzerkrankungen bemerkbar machen. Diese Phase kann unterschiedlich lange andauern und geht in der Regel nahtlos in die AIDS-Erkrankung über.

  • Hautausschlag
  • Haarwurzelentzündungen
  • Herpes
  • Gürtelrose
  • Pilzerkrankungen
  • Gewichtsverlust
  • anhaltende Durchfälle
  • geschwollene Lymphknoten

Endstadium AIDS

Erkranken HIV-Infizierte Patienten an sogenannten „Aids-definierenden Erkrankungen“, wie etwa an bösartigen Tumoren oder bestimmten Infektionskrankheiten, wird die Diagnose AIDS gestellt.

Das Immunsystem des Körpers ist in dieser Phase so sehr geschädigt, dass es gänzlich zusammenbricht. Vor allem von Erregern verursachte Erkrankungen, die für ein gesundes und vitales Abwehrsystem problemlos zu bekämpfen wären, sind für dieses Stadium typisch. Dazu zählen insbesondere Erreger, die das geschwächte Abwehrsystem des infizierten Körpers ausnutzen, um sich rasant und unkontrolliert zu vermehren. So können diese für den Betroffenen zu lebensbedrohlichen Krankheiten werden. Daher werden diese Erkrankungen auch „opportunistische Infektionen“ genannt, abgeleitet aus dem lateinischen „opportunitas“, was zu deutsch „Gelegenheit“ bedeutet. Zu diesen Erkrankungen zählen unter anderem durch bestimmte Parasiten, Pilze und Erreger ausgelöste Infektionen wie Lungenentzündungen, Entzündungen der Atemwege, der Augen oder der Leber sowie Herpes und Tuberkolose. Ebenfalls zu den AIDS-definierenden Erkrankungen zählen neben der krankhaften Veränderung des Gehirns auch Lymphome.

Übertragung

Im Vergleich zu anderen übertragbaren Krankheitserregern gilt das HI-Virus als relativ schwer übertragbar. Das Gerücht, das Virus könnte auch durch Umarmungen, Husten, Niesen oder Küssen übertragen werden, entspricht nicht den Tatsachen. Die häufigste Übertragungsform ist der Geschlechtsverkehr ohne Schutz durch ein Kondom.

Das HI-Virus wird übertragen, wenn eine ausreichende Zahl von Viren auf Schleimhäute oder in den Körper gelangen. Daher ist eine Ansteckung über das Blut, Scheidenflüssigkeit und Sperma ebenso möglich wie über die Muttermilch. Ein erhöhtes Übertragungsrisiko besteht bei Verletzungen der Schleimhäute, da diese dann für die Viren leichter zu durchdringen sind. Die Verwendung von Kondomen ist daher der wichtigste und sinnvollste Schutz gegen eine HIV-Infektion und sollte bei jeglicher Art des Geschlechtsverkehrs erfolgen. Impfungen oder Medikamente, die vor einer Infektion schützen, gibt es bislang nicht.

Am häufigsten – neben dem ungeschützten Geschlechtsverkehr – wird der HI-Virus über Drogeninjektionen mit gebrauchten Nadeln übertragen. Drogensüchtige gelten deshalb auch als Risikogruppe für HIV-Infektionen.

Das mit einer 90-prozentigen Ansteckungswahrscheinlichkeit größte Risiko einer Übertragung besteht bei Bluttransfusionen mit infektiösem Blut. Allerdings hat dieses Risiko in Deutschland kaum noch Bedeutung, da seit 1985 sämtliche Transfusionen vor der Weiterverwendung routinemäßig auf HIV-Antikörper getestet werden. Da Antikörper jedoch in den ersten Monaten nach der Infektion nicht nachgewiesen werden können, werden seit 2002 sämtliche Blutspenden in Deutschland mittels einer sogenannten Polymerase-Kettenreaktion auf den Virus getestet. Eine Infektion via Bluttransfusion ist dank dieser Vorsichtsmaßnamen in Deutschland nahezu ausgeschlossen.

HIV Test

Ob eine Person HIV-positiv ist, kann mittels eines Tests nachgewiesen werden. Dieser weist Antikörper nach, die der Körper als Reaktion auf die HIV-Infektion produziert. Sie bilden sich innerhalb der ersten drei Monate nach der Infektion. Demnach ist dieser Test erst nach Ablauf dieser Zeit sinnvoll.

Von Gesundheitsämtern und Beratungsstellen werden kostenlose Tests sowie anonyme Beratungen und Untersuchungen angeboten. Wird der Test bei einem niedergelassenen Arzt durchgeführt, werden die anfallenden Kosten von der Krankenkasse übernommen, sofern der Test im Rahmen der Klärung von gesundheitlichen Problemen erfolgt. Die Kosten selbst tragen muss, wer ohne gesundheitliche Hinweise einen Test durchführen möchte.

Sogenannte PCR-Tests liefern bereits nach etwa 15 Tagen zuverlässige Ergebnisse. Diese Tests suchen nicht an HIV-Antikörpern, sondern nach dem Virus selbst. Diese Tests kosten zwischen 100-200 Euro und werden nur in Ausnahmefällen von den Krankenkassen übernommen.

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Internetjunkie + Unternehmer + Journalist – ich wohne und lebe mit meiner schwarzen Katze und einer zauberhaften Frau am schönen Wannsee.

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