Schnappschüsse von Omas Achtzigstem, das erste Wort der Kinder, die ersten Schritte, das erste Fußballspiel oder eine Goldene Hochzeit, heutzutage werden alle erdenklichen Ereignisse digital festgehalten, dokumentiert und archiviert. Genau wie Digitalkameras den Markt und das Herz der Verbraucher erobern, erfreuen sich Camcorder anhaltender Beliebtheit. Analoge Videokameras sind nahezu vom Markt verschwunden, denn das Aufzeichnungsformat Digital Video (DV) setzt sich weiter durch.
Camcorder: Vor der Auswahl – die Frage der persönlichen Ansprüche
Vor dem Kauf eines solchen Aufnahmegerätes sollte man sich jedoch einige Gedanken machen die Ansprüche an ein solches Gerät betreffend und was mit den Aufnahmen später geschehen soll. Das Wort Camcorder setzt sich schließlich aus den Begriffen Camera und Recorder zusammen.
Zum ersten ist natürlich von ausschlaggebender Bedeutung, wie die Aufnahmen festgehalten werden sollen, denn heutzutage sind alle gängigen Speichermethoden auch im Zusammenhang mit einem Camcorder erhältlich.
Neben den `altmodischen´ Videokassetten kann zwischen Speicherkarten, Festplatten und DVDs ausgewählt werden. Alle diese Formate haben ihre Vor- und Nachteile.
Die Speicherkarten sind zwar ausgesprochen robust aber in ihrer Kapazität eingeschränkt. Die günstigeren sind als Datenträger für Videoaufnahmen eher schlecht geeignet, auch hochwertigere Modelle sind auf die Speicherformate hin zu überprüfen, um die spätere Bearbeitung der Aufnahmen zu ermöglichen.
Flash-Camcorder
Flash-Camcorder die eine Festplatte als Speichermedium enthalten sind bisher relativ teuer und reagieren sensibel auf mechanische Einwirkungen. Diese zeichnen sich in erster Linie durch ihre große Kapazität aus. Der scheinbar unbegrenzte Speicher kann aber aufgrund der Akku-Leistung der meisten Geräte kaum ausgeschöpft werden. Dennoch wirkt sich das Speicherformat MPEG2 ungünstig auf die spätere Bearbeitung aus, denn die Kompatibilität ist auf die mitgelieferten Softwareprogramme angewiesen.
DVD Camcorder
Ein schnelles und umkompliziertes Abspielen des soeben aufgenommenen Materials wird durch die Benutzung von DVDs garantiert. Wobei damit allerdings die Vorteile dieses Speichermediums bereits benannt sind, denn die Videobearbeitung gestaltet sich schwierig. Zum anderen ist die Speicherkapazität mit diesem Medium äußerst gering. Für den Techniklaien der auf weitere Bearbeitung keinen Wert legt, ist diese Variante am ehesten zu empfehlen. Die verschiedenen DVD-Formate sind für den Hobby-Filmer zusätzlich verwirrend. Außerdem ist diese Variante im Gegensatz zur Mini-DV wesentlich höher.
MiniDV Camcorder
Am weitesten verbreitet im Profibereich ist das auf den ersten Blick altmodisch wirkende MiniDV-Band. Das bereits seit zehn Jahren am Markt verfügbare Aufnahmesystem ist sehr verbreitet und biete eine hohe Qualität. Zum anderen handelt es sich hierbei um ein sehr preiswertes Speichermedium. Es eignet sich ausgezeichnet zum Videoschnitt, hat PAL-Qualität und auch die Hardwareanforderungen halten sich in Grenzen. Als einziges Medium ist es nicht auf MPEG2 angewiesen, so dass der Qualitätsverlust bei Bearbeitung nicht auftritt.
HD Camcorder
High Definition Qualität erfordert die Umstellung des gesamten Abspiel- und Bearbeitungsequipments. Dafür bietet es Bildqualität vom Allerfeinsten. Geräte gibt es sind mittlerweile mit allen beschriebenen Speichermedien. Am weitesten verbreitetet ist bisher das HDV-Format. Daneben gibt es noch das Format AVC-HD.
Erst die Zukunft wird zeigen inwieweit sich diese Technologie durchsetzen kann.
Camcorder: Der Bildsensor
Der Bildsensor, der das auftreffende Licht in digitale Signale umwandelt, ist das wichtigste Ausstattungsmerkmal eines Camcorders. Eine besonders hohe Auflösung schadet oftmals der Lichtempfindlichkeit des Gerätes. Ein CCD-Bildsensor besteht eigentlich aus drei Chips und verbessert die Farbdarstellung. Die vielfach verwendeten billigen CMOS-Chips hingegen sind in der Herstellung zwar billig, gehen aber zu lasten der Lichtempfindlichkeit und des Kontrastumfangs. Wobei die teureren Modelle diese Fehler nicht mehr haben.
Hobby oder Semiprofessionell?
Die Objektive im Hobbybereich für Camcorder befinden sich alle etwa auf einem Niveau. Wer allerdings auch profimäßig arbeiten möchte, sollte auf austauschbare Objektive achten.
Die Zoomfunktion am Camcorder ist eher zu vernachlässigen, da eine großer Zoom lediglich eine schlechtere Qualität und ein Bildwackeln zur Folge hat.
Der Autopilotmodus ist anfangs vielleicht praktisch. Wenn man aber den Camcorder gern mal für Experimente benutzen möchte sollten auch manuelle Einstellungen möglich sein. Für viele Einstellungen ist der manuelle Fokusring sehr wichtig.
Weitere Features die bei der Kaufentscheidung berücksichtigt werden könnten ist z.B. ein Nachtmodus, wobei man sich davon genau wie von der Fotofunktion nicht zu viel versprechen sollte.
Größe & Gewicht
Größe und Gewicht sind sicher auch nicht ganz unwichtig, wie beispielsweise der Zubehörschuh an dem Mikrofone und Leuchten angebracht werden können. Die entsprechenden Anschlüsse müssten dazu ebenfalls vorhanden sein.
Der heutzutage oft vorhandene USB-Anschluss erleichtert die Weiterbearbeitung ganz erheblich.
Wenn man sich dann darüber klar geworden ist, was der ideale Camcorder alles können muss – einfach einen kaufen und auch die Enkel werden wissen wie es sich vor hundert Jahren lebte.






